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Raum für Raum

Teppichgröße wählen: Welche Größe für welchen Raum

Teppichgrößen nach Raum: welche Größe zu Sofa, Bett und Esstisch passt, die Vorderbeine-Regel, Wandabstände in cm und was jede Größe kostet.

25. September 20265 Min. Lesezeit

Die richtige Teppichgröße ist fast immer eine Nummer größer als die, die gekauft wird. Ein Teppich soll die Möbel verbinden, die zusammengehören: Im Wohnzimmer stehen die Vorderbeine von Sofa und Sesseln darauf, im Schlafzimmer liegen die unteren zwei Drittel des Betts darauf, am Esstisch bleiben die Stühle auch zurückgeschoben auf dem Teppich. Ein Teppich, der allein in der Raummitte liegt und nichts berührt, lässt den Raum kleiner und die Möbel verstreut wirken.

Die Standardgrößen und wofür sie gedacht sind

In Deutschland kommen Teppiche meist in wenigen Standardmaßen. Wer weiß, wofür welche gedacht ist, spart sich das meiste Raten.

Größe (cm)FlächeBeste Verwendung
60 × 90 / 70 × 140unter 1 m²Eingang, Bad, neben dem Bett
80 × 250 / 80 × 3002–2,4 m²Flur-Läufer, entlang der Bettseite
120 × 1702 m²Leseecke, kleiner runder Tisch, Spielbereich
160 × 2303,7 m²Kleine Wohnzimmer, 140-cm-Bett, kompakte Essgruppen
200 × 3006 m²Die meisten Wohnzimmer, 160-cm-Bett, Tisch für 6
240 × 340 / 250 × 3508–8,75 m²Große Wohnzimmer, 180-cm-Bett, Tisch für 8
300 × 40012 m²Offene Grundrisse und große Räume

Runde Teppiche folgen derselben Logik: 160 cm für einen kleinen Tisch oder das Kinderzimmer, 200–240 cm für einen runden Esstisch mit vier bis sechs Plätzen.

Wohnzimmer: Vorderbeine drauf

Es gibt drei Arten, einen Teppich in einer Sitzgruppe zu legen. Eine ist fast immer richtig.

  1. Alle Beine drauf. Jedes Möbel steht komplett auf dem Teppich. Das braucht meist 240 × 340 cm oder mehr und einen großen Raum; ideal, um in offenen Grundrissen eine Zone zu markieren.
  2. Vorderbeine drauf. Die Vorderbeine von Sofa und Sesseln stehen auf dem Teppich, die hinteren auf dem Boden. Das ist die Regel für die meisten Wohnzimmer und bedeutet meist 200 × 300 cm.
  3. Keine Beine drauf. Nur der Couchtisch steht auf dem Teppich. Funktioniert nur in sehr kleinen Räumen mit 120 × 170 cm – und sieht selbst dann oft aus wie ein verirrter Badvorleger.

Eine einfache Kontrolle: Der Teppich sollte auf jeder Seite 15–20 cm breiter sein als das Sofa. Ein 220-cm-Sofa braucht mindestens 250–260 cm Teppichbreite – deshalb wirkt ein 160 × 230 cm unter einem Dreisitzer fast immer zu kurz.

Steht der Sofaplatz noch nicht fest, klären Sie das zuerst. Die Möbelanordnung bestimmt den Teppich, nicht umgekehrt; kleines Wohnzimmer einrichten zeigt die gängigen Anordnungen.

Schlafzimmer: zwei Drittel unters Bett

Legen Sie den Teppich quer zum Bett, beginnend 20–40 cm vor den Nachttischen, damit diese auf dem Boden stehen bleiben. Seitlich sollten 50–70 cm sichtbar sein – morgens landen die Füße darauf – und am Fußende 50–90 cm überstehen.

BettbreiteMindestensBesser
90–120 cm120 × 170 cm160 × 230 cm
140 cm160 × 230 cm200 × 300 cm
160 cm200 × 300 cm240 × 340 cm
ab 180 cm240 × 340 cm250 × 350 cm

Reicht das Budget nicht für einen großen Teppich, erledigen zwei Läufer von 80 × 250 cm, je einer pro Bettseite, den Job günstiger. Die Ideen zur Schlafzimmergestaltung nutzen diesen Trick gerade in Mietwohnungen oft.

Esszimmer: Stühle bleiben drauf

Messen Sie den Tisch und rechnen Sie auf jeder Seite 60–75 cm dazu. So viel Platz braucht ein Stuhl, um zurückgeschoben und besetzt zu werden, ohne dass die Hinterbeine an der Teppichkante hängen bleiben.

  • Ein Tisch von 90 × 160 cm für sechs braucht etwa 210 × 300 cm; 200 × 300 cm passt.
  • Ein Tisch von 100 × 220 cm für acht braucht 240 × 340 cm.
  • Ein runder Tisch mit 120 cm braucht einen runden Teppich mit 240 cm.

Im Essbereich Flachgewebe oder Kurzflor unter 1 cm wählen. Stühle werden gerückt, Krümel fallen, und Hochflor macht jede Mahlzeit zum Ringkampf.

Abstand zur Wand

Im Wohn- und Schlafzimmer 30–60 cm freien Boden zur Wand lassen. In schmalen Räumen die Abstände auf gegenüberliegenden Seiten etwa gleich halten; ein an eine Wand geschobener Teppich sieht verrutscht aus. In kleinen Räumen sind 20 cm das Minimum. Flurläufer lassen seitlich 10–15 cm Boden frei und enden 30–45 cm vor jedem Ende.

Vor dem Kauf mit Klebeband messen

Der zuverlässigste Test kostet nichts. Kleben Sie die Teppichumrisse mit Malerkrepp auf den Boden und lassen Sie sie einen Tag liegen. Gehen Sie drumherum, setzen Sie sich aufs Sofa, öffnen Sie die Türen. Türen werden gern vergessen: Unter einem Türschwenk darf der Flor meist nicht höher als 1,5 cm sein.

Man kann eine Größe auch vorher sehen. Ein Raumfoto, das in Homie mit der Raum-Neugestaltung und einer Teppichbeschreibung („Juteteppich 200 × 300 cm, Vorderbeine des Sofas darauf”) bearbeitet wird, gibt schnell ein Gefühl für die Proportionen – zwei Größen so zu vergleichen ist einfacher als einen Teppich zurückzuschicken.

Was jede Größe kostet

Der Preis hängt stärker vom Material ab als von der Größe. Grobe Spannen:

Material160 × 230 cm200 × 300 cm240 × 340 cm
Synthetik (Polypropylen)60–180 €100–300 €180–450 €
Jute oder Sisal120–300 €200–500 €350–800 €
Maschinell gefertigte Wolle250–600 €400–1.000 €650–1.500 €
Handgeknüpft oder handgetuftet600–2.000 €1.000–3.500 €1.600–5.000 €

Eine gute Antirutschunterlage kostet 30–90 €, verhindert Wandern, schützt den Boden und lässt einen dünnen Teppich doppelt so dick wirken. Ist der Teppich Teil einer größeren Einrichtung, gehört er in die Rechnung aus Wohnung einrichten: Kosten neben das Sofa – nicht als Nachgedanke vom Restbudget.

Häufige Fehler

  • Teppich vor den Möbeln kaufen. Sofa und Bett bestimmen die Größe.
  • Wieder zu klein. Im Zweifel zwischen zwei Größen ist in neun von zehn Räumen die größere richtig.
  • Teppich nur unter dem Couchtisch. Er trennt die Sitzgruppe, statt sie zu verbinden.
  • Mehrere kleine Teppiche in einem Raum. Drei Teppiche wirken wie drei Inseln.
  • Florhöhe an Türen vergessen. Vor der Bestellung den Türspalt messen.

Ein Beispiel

Ein Wohnzimmer von 4 × 5,2 m mit einem 230-cm-Dreisitzer an der langen Wand, zwei Sesseln gegenüber und einem Couchtisch dazwischen. Der alte Teppich, 160 × 230 cm, endete 25 cm vor dem Sofa, die Sessel standen verloren daneben.

Ersetzt wurde er durch einen Flachgewebe-Wollteppich von 200 × 300 cm, längs zum Sofa gelegt. Die Vorderbeine des Sofas stehen 20 cm auf dem Teppich, die der Sessel auf der gegenüberliegenden Kante, und der Teppich ist an jedem Ende 35 cm breiter als das Sofa. Zu den Seitenwänden bleiben 50 cm Boden frei. Kosten: 520 € für den Teppich, 45 € für die Unterlage. Sonst hat sich nichts geändert – aber die Sitzgruppe wirkt jetzt wie ein Raum und nicht wie vier Möbel, die zufällig nebeneinanderstehen.

Häufige Fragen

Welche Teppichgröße passt ins Wohnzimmer?

In den meisten Wohnzimmern ist 200 × 300 cm richtig: groß genug, dass die Vorderbeine von Sofa und Sesseln darauf stehen. 160 × 230 cm passt in Räume unter etwa 15 m² oder zu Sofas unter 200 cm Breite.

Wie viel Abstand sollte ein Teppich zur Wand haben?

Lassen Sie im Wohn- und Schlafzimmer 30–60 cm freien Boden zwischen Teppich und Wand. Unter 20 cm wirkt es wie schlecht verlegter Teppichboden, über 90 cm scheint der Teppich zu schwimmen.

Welche Teppichgröße gehört unter ein Doppelbett?

Ein 160-cm-Bett braucht mindestens 200 × 300 cm quer gelegt, damit auf jeder Seite 50–70 cm sichtbar bleiben. Ein 180-cm-Bett braucht 240 × 340 cm, im großen Raum 250 × 350 cm.

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